Was du für KI-Sichtbarkeit brauchst – und warum es das Gleiche ist wie für SEO
Was musst du tun, damit du auch bei KI-Suchanfragen in den Resultaten erscheinst? Die einfache Antwort: dasselbe wie für klassisches SEO. Nur ist es komplexer geworden – und die Halbwertszeit von Tricks ist kürzer als je zuvor.
Mehr Inhalt ist keine Strategie mehr
Heute reicht es längst nicht mehr, einfach mehr Inhalte zu publizieren, die noch mehr Keywords abdecken. Mit künstlicher Intelligenz ist es einfacher geworden, solche Inhalte am Fliessband zu generieren. Viele tun das auch. Das Internet füllt sich dadurch mit Slop-Content, den niemand je lesen wird, ausser vielleicht andere Maschinen.
Viel generieren, viel publizieren und schauen was hängen bleibt: Das ist die Strategie, die immer noch viele verfolgen. Kurzfristig mag das funktionieren.
Wir setzen stattdessen auf eine langfristige Strategie, die auf Inhalten basiert, die hilfreich, einzigartig, ehrlich und nutzerorientiert sind.
Warum E-E-A-T unsere Grundlage ist
Drei Fragen stehen für uns am Anfang jeder Arbeit mit den Inhalten:
- Was macht dich einzigartig?
- Was weisst du, was andere nicht wissen?
- Hast du eigene Daten oder Erfahrungen, aus denen du Erkenntnisse gewonnen hast?
Die Antworten darauf sind die Grundlage für E-E-A-T, ein von Google entwickeltes Leitprinzip (Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness). Das sind vier Signale, die zeigen, dass du in deinem Gebiet wirklich Experte bist.
Erfahrung und Expertise
Deine Erfahrung und Expertise zeigst du, indem du deine Leistungen präsentierst und aufzeigst, wie du dein Wissen in konkreten Fällen angewendet hast, und welche Wirkung das für deine Kundinnen und Kunden hatte.
Dazu gehört auch, Wissen offen zu teilen, statt es erst preiszugeben, wenn jemand dafür bezahlt (die meisten Unternehmen wollen ohnehin nicht selbst tun, was du kannst – sie wollen jemanden, der es für sie umsetzt). Wenn dein Wissen öffentlich im Netz steht, sehen das Besucher*innen genauso wie Suchmaschinen und LLM (Large Language Models).
Autorität und Vertrauenswürdigkeit
Autorität und Vertrauenswürdigkeit entstehen, wenn andere über dich berichten, dich zitieren und du als Quelle auf anderen Websites auftauchst.
Rezensionen und Testimonials sind der Social Proof dazu. Zitiert wirst du aber nur, wenn deine Inhalte auch frei verlinkbar sind. Ein Whitepaper hinter einem E-Mail-Formular hilft hier wenig. Das kann als Marketingmassnahme durchaus Sinn ergeben, aber erst, wenn EEAT auf der Website selbst bereits gut abgedeckt ist.
Es geht um mehr als deine Website
KI-Systeme beziehen ihre Informationen nicht nur von deiner Website. Sie ziehen Signale zu Produkten, Marken, Nutzererfahrungen, Reputation und Marktverhalten aus dem ganzen Internet zusammen. Es reicht deshalb nicht, nur die eigene Website zu optimieren – Markensichtbarkeit über verschiedene digitale und analoge Kanäle hinweg ist auch ein wichtiger Faktor.
Die Geschichte wiederholt sich – nur schneller
Experten auf dem Gebiet von SEO und KI-Optimierung sehen in der Entwicklung von GEO (Generative Engine Optimization) ein bekanntes Muster, das wir bereits aus der Entwicklung der Suchmaschinen-Optimierung kennen:
In den Anfangszeiten der Suchmaschinen-Optimierung reichten Keywords in Meta-Tags. Später zählte eher die Masse an indexierbaren Inhalten. Erst danach setzte sich durch, dass Inhalte auch qualitativ gut sein müssen. Jeder neue Trick funktionierte eine Weile, bis Suchmaschinen ihn durchschauten.
Bei LLMs läuft derselbe Zyklus jetzt ab. Nur dauert dieser nicht mehr Jahre, sondern lediglich Monate oder Wochen. Ein aktuelles Beispiel: FAQ-Abschnitte wurden lange als Geheimrezept für LLM-Sichtbarkeit empfohlen. Weil das inzwischen fast jede Website mit dem Hauptzweck «LLM bedienen» statt «Nutzer bedienen» umgesetzt hat, hat Google die FAQ Rich Results in den Suchergebnissen abgeschaltet. Auch dieser Trick funktioniert jetzt also nicht mehr.
Strukturierte Daten zweckmässig einsetzen
Google selbst schreibt in den Guidelines zur KI-Optimierung, dass strukturierte Daten nicht nötig sind, damit die Suchmaschine die Inhalte verstehen und verknüpfen und einordnen kann.
Gleichzeitig sollen strukturierte Daten aber weiterhin für ihren ursprünglichen Zweck eingesetzt werden, nämlich Suchmaschinen zusätzliche Informationen über den angezeigten Inhalt zu liefern. Dabei machen beispielsweise Daten zum Unternehmen wie etwa die Unternehmensart, die Adresse oder die Tätigkeitsregion weiterhin Sinn.
Das technische Fundament ist Voraussetzung, nicht Strategie
Technisches SEO ist weiterhin wichtig. Bei MIND gehört Suchmaschinenoptimierung zu den Webstandards, die wir bei jedem Website-Projekt von Anfang an mitdenken – zusammen mit Responsiveness, Barrierefreiheit, Performance, Sicherheit und Datenschutz.
Eine durchdachte Informationsarchitektur, eine technisch saubere Umsetzung und eine performante, barrierefreie Website sind die Grundlage, auf der Suchmaschinen und LLMs eine Website überhaupt zuverlässig erfassen können.
Diese Grundlage ist bei uns kein Zusatzaufwand, sondern von Beginn weg Teil jedes Projekts. Aber sie ist eine Voraussetzung, keine Strategie: Sie entscheidet nicht darüber, ob deine Marke bei einer KI-Suchanfrage überhaupt in Betracht gezogen wird. Das entscheiden die Inhalte.
Unsere Haltung
Technische SEO-Tricks sind kurzlebig. Echter Content und echtes Fachwissen sind die langfristige Strategie. Strukturierte Daten, FAQ-Schema und ähnliche Tricks kommen und gehen. Aber das Leitprinzip E-E-A-T, echte Expertise und eine klare Positionierung bleiben.
Einzigartige Themen statt beliebiger Keyword-Abdeckung, echte Erfahrung statt generischer Inhalte, eine langfristige Inhalts-Strategie statt schneller Tricks. Das ist der Massstab, an dem wir unsere Arbeit für unsere Kundinnen und Kunden ausrichten.
In den nächsten Beiträgen gehen wir tiefer auf einzelne Bausteine ein: wie gute Landingpages aufgebaut sind, wann FAQ-Blöcke wirklich Sinn ergeben, wie wir E-E-A-T in der Praxis umsetzen und was KI in unserem Content-Prozess leisten kann – und was nicht.